Am 8. und 9. November 2025: In der Halle-Messe wird der Nationalsozialismus gefeiert.

 Historische Vergleiche sind nicht voreilig zu ziehen. Und es ist zwischen den verschiedenen Formen der extremen Rechten zu unterscheiden. So ist ein Rechtskonservativer kein Faschist und nicht jeder Faschist ein Nationalsozialist.

Nach einer sorgfältigen Analyse der Aussteller*innen und der jeweiligen Verlagsprogramme lässt sich aber feststellen, dass man bei aller Vorsicht sagen muss: In der Messe wird am 8. und 9. November auch offen nationalsozialistische Hetzpropaganda stattfinden.

Damit ist keine Ähnlichkeit gemeint. Es geht nicht darum, dass etwas klingt wie im Nationalsozialismus. Es geht nicht um strukturelle Kontinuitäten oder unsere Deutungen. Es geht darum, dass in der Halle-Messe Aussteller*innen sein werden, die den Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 unterstützen.

Dass man das so stark betonen muss, liegt auch daran, dass die Faschist*innen von der AfD den Diskurs inzwischen mit Andeutungen und Geschichtsklitterungen so zerstört haben, dass etliche geschichtsrevisionistische Aussagen schon nicht mehr als solche gelten.

Aber: Es geht hier nicht um klassischen Geschichtsrevisionismus, sondern darum, dass dort offene Neonazis mit ihrer echten Begeisterung für Adolf Hitler und die NSDAP am Gedenktag der Novemberpogrome mit den Hallenser*innen über ihre Passion, also den Nationalsozialismus, reden wollen. Und es ist den bestens in der extrem rechten Szene vernetzten Akteur*innen natürlich bekannt – es ist sogar gewollt.

Deutlich wird das beim "Sturmzeichen Verlag", der der neonazistischen Partei Die Rechte nahestand. Der Verlag gibt vor allem das Magazin "Nationaler Sozialismus Heute" (NSH) heraus und vertreibt Bücher der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Der Neonazi Sascha Krolzig erklärt  "Aktivisten" wie man mit Volksverhetzung am Besten wegkommt und aus dem Verlagsprogramm spricht Bewunderung für NS-Mörder und Waffen-SS-Offiziere wie Kurt Eggers (genannt: "Eggers, der Judentöter").

Immer wieder hat die Partei Die Rechte am 9. November für die Leugnung des Holocausts demonstriert. Am 20. April 2019 gründete die Partei zur Feier des "Führergeburtstags" das Bündnis "Festung Europa". Nach dem Mord an Walter Lübcke rief sie zur "Nationalen Gegenofenssive" auf - mit Doppel-S und "Ofen"/KZ-Anspielung. Sascha Krolzig, der Leiter des Sturmzeichen-Verlags, war Vorsitzender der Partei.

Sascha Krolzig muss die Vernichtung seiner vermeintlichen Feinde und die Feier des antisemitischen Massenmords nicht mehr auf der Straße begehen. Am 8. und 9. November kann er dafür die Messe nutzen, die von der Zwerenz-Gruppe betrieben wird.